0 Perlentaucherei im März



Die neue STAR WARS Trilogie - 

Neueste Gerüchte kurz vor Drehbeginn


Es sind wohl fast ausschliesslich neue Gesichter, mit denen die wichtigsten Rollen der neuen Star Wars Trilogie besetzt werden. Die Dreharbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Kinostart ist der Dezember 2015.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/star-wars-geruechte-wer-spielt-wen-in-episode-vii-a-958775.html

http://www.musikexpress.de/movies/article558697/j-j-abrams-star-wars-ohne-stars.html

Klassik


Mal ganz etwas anderes. Die Sing-Akademie in Berlin lädt am Karfreitag zu einem besonderen Musikerlenis ein:

Vier Passionen
CARL PHILIPP EMANUEL BACH

Sophienkirche | 10.30 Uhr | Lukas-Passion
Matthäuskirche | 14 Uhr | Johannes-Passion
Pauluskirche | 17 Uhr | Matthäus-Passion
Gethsemanekirche | 21 Uhr | Markus-Passion

Aus Anlass des 300. Geburtstags von Carl Philipp Emanuel Bach laden die Sing-Akademie zu Berlin, der Staats- und Domchor und die Lautten Compagney zu einem ganz besonderen Musikerlebnis ein. Besucher können (per Bus-Shuttle) den konzertierenden Musikern von Kirche zu Kirche zu folgen und alle vier unbekannten Passionskonzerte des „Berliner Bach” hören.

AUSFÜHRENDE

TICKETS
Ticket für alle Passionen inkl. Shuttle und Einführung 90 €, Reservierung: buero@sing-akademie.de
Lukas-Passion – Eintritt frei, Aufführung im Rahmen eines Gottesdienstes
Johannes- und Markus-Passion – Ticket an allen VVK-Stellen, reservix.de, 01805 700 733 
Matthäus-Passion – Ticket ausschließlich in der Pauluskirche, 030 12074238 (AB) oder vvk@berlinerbachgesellschaft.de 

Ermäßigte Karten nur an den Kassen vor Ort

Der letzte große Rockstar


In diesem Jahr jährt sich der Todestag von Kurt Cobain das 20. Mal. Zahlreiche Medien blicken zurück auf den angeblich letzten großen Rockstar und sein auswegloses Dasein.
Auch ich kann mich noch sehr gut an die Anfänge von Nirvana erinnern. Musikalisch ein Meilenstein - den ganzen Zeitgeist damals und die Ansichten von Cobain, lehne ich mittlerweile zutiefst ab.

Zwei Rückblicke möchte ich hier verlinken: Auf einer angeblich bisher nie entwickelten Filmrolle gibt es einige unveröffentlichte Fotos vom jenem 05. April 1994: http://www.cbsnews.com/pictures/new-kurt-cobain-death-scene-photos/. Kulturzeit von den Kollegen von 3sat widmete sich vergangene Woche ebenfalls dem Phänomen Cobain. Interessant sind die Interviews (rechte Spalte) mit vielen Zeitgenossen und Musikjournalisten (u.a. Eddie Vedder von Pearl Jam oder Dave Grohl, Schlagzeuger von Nirvana und Chef der Foo Fighters): http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/175949/index.html

Und abseits von den Nachrufen auf Cobain: Was wurde aus Seattle, 20 Jahre nach dem Ende des Grunge?



News in Kürze


Das diesjährige Glastonbury Festival mausert sich zu einem der größten Festivals der jüngeren Musikgeschichte. Kein großer Mainstream, dafür alles, was Rang und Namen im Alternative/Indiebereich hat. Ein zweites Woodstock? http://www.glastonburyfestivals.co.uk/

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Kate Bush geht seit 1979 das erste Mal wieder auf Tour. 22 Termine in London sind bestätigt.

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Sehenswerter Kurzfilm: Kennen Sie PROSPECT? - Noch sehenswerter: SHELVED.

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Diese Nachrichten sind nicht ganz neu: Fortzsetzung der Millenium Trilogie mit Daniel Craig und Rooney Mara noch nicht vom Tisch - ein Drehbuchautor wurde bereits angeheuert. Regiesseur David Fincher ist aber möglicherweise nicht mehr dabei.

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CHVRCHES sind immer noch auf Tour. Hier ein paar Live-Impressionen:

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0 The Newsroom - Glaubwürdige Kritik als Zeitgeist?



Erstaunlich: wir können noch so sehr amerikanische Befindlichkeiten kritisieren, kopfschüttelnd die Tea-Party Bewegung in den USA zur Kenntnis nehmen. Wir können sagen, dass Unterhaltung immer oberflächlicher wird, die Gesellschaft immer egozentrischer. Und wir können behaupten, dass diese Oberflächlichkeit über den Atlantik zu uns rüberschwappt. Aber egal wie kritisch wir auch sein mögen - es ist beinahe paradox, dass die Kritik, die am meisten Substanz hat, aus Amerika selbst kommt.

Von Peter Killert.

Vor einigen Wochen hatte ich zwei Rezensionen über zwei amerikanische Fernsehserien geschrieben. "House Of Cards" mit Kevin Spacey als diabolischem Strippenzieher in Washington und "The Wire" welches die wahren Verbrechen und ihre Hintergründe aus der Gosse Baltimores sogar in deutsche Wohnzimmer trägt. Diese beiden Serien müssen um eine weitere Serie ergänzt werden. "The Newsroom" von Oscarpreisträger Aaron Sorkin ist mindestens genauso überragend. Aus der Feder von Sorkin stammte bereits die preisgekrönte Serie "The West Wing" und das Drehbuch zu "Social Network".

Die Serie spielt in dem fiktiven News-Channel "ACN Networks" und handelt von dem Kampf des Anchorman Will McAvoy (gespielt von Jeff Daniels) und seines Teams um die Etablierung des wahrhaftigen Nachrichtenformats im quotenumkämpften Markt des News-Entertainment. Mit der idealistischen MacKenzie McHale (gespielt von Emily Mortimer) als Produzentin will man "News 2.0" etablieren und entgegen der Profitgier der großen Chefin im Hintergrund (gespielt von Jane Fonda) wieder auf Fakten statt auf Entertainment setzen.

Der Start dieses neuen News-Teams steht jedoch unter denkbar schlechten Vorzeichen. McAvoy hat in einer Talk-Show mit Studenten seine Meinung über die USA als "großartigstes Land der Welt" kundgetan und die naiven Studenten auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt - seine Popularität ist auf einem Tiefstand. Außerdem ist seine Producerin seine Ex-Freundin, die ihm einst das Herz gebrochen hat und sein Team besteht aus unerfahrenen Anfängern, die nicht selten von verstörenden Beziehungskonflikten untereinander von der Arbeit abgehalten werden. Als das Team aber ins kalte Wasser geschmissen wird und eine Nachrichtensendung improvisieren muss, zeigt sich, dass das Team eine Zukunft hat. ACN ist der einzige Fernsehsender, der sofort die Katastrophe der "Deep Water Horizon" im Golf von Mexiko richtig einschätzt. Das Team im Newsroom hat sich gefunden. Allerdings läuft der Alltag im Newsroom nicht immer so glatt.



Neben den Protagonisten sind es gerade auch die Nebenfiguren, die die Episoden so unterhaltsam machen. Die tapsige und überaus knuddelige Maggie Jordan (gespielt von Alison Pill) oder die unterforderte Sloan Sabbith (Olivia Munn, selbst Moderatorin einer News-Sendung), die in der freien Wirtschaft viel mehr verdienen könnte, aber aus purem Idealismus in dieser Redaktion mitarbeitet - da ist viel Raum für eine Entfaltung dieser Charaktere, die gegen Ende der Staffel bereits sehr weit fortgeschritten ist.

Die Handlung wird immer wieder mit realen aktuellen Ereignissen als rotem Faden angetrieben, manchmal allerdings mit sehr viel Patriotismus, was aber der extrem kritischen Sichtweise auf die politische Kultur nicht schadet. Die Dialoge sind geistreich, teilweise sehr amüsant und durch die sehr gut ausgewählten Charaktere glaubhaft verkörpert.

Die Serie spielt in einem perfekt nachgestellten Newsroom - die Staffel endet mit einem eindeutigen Verweis auf eines der wichtigsten Themen der zweiten Staffel, die derzeit im amerikanischen Fernsehen läuft. Ein Informant der NSA deckt auf, dass das Team elektronisch von eigenen Konzern überwacht wird. Am Ende der ersten Staffel schliesst sich der Kreis zu dem Beginn der Serie. Eine dritte Staffel wird die Serie wohl abschliessen, allerdings hat sich Sorkin noch nicht endgültig zu einer abschliessenden Staffel geäussert.

Es ist wirklich erstaunlich - die eindringlichste Kritik an Amerika kommt aus Amerika selbst. Dass diese Kritik glaubhaft und unterhaltsam ist, überrascht nicht mehr. "The Newsroom" reiht sich in eine ganze Sammlung von kritischen Darstellungen amerikanischer Politik ein. Sehr sehenswert.

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0 RUSH - Alles für den Sieg



Manchmal fragt man sich, warum dieser Stoff nicht schon viel früher verfilmt wurde. Er hat alles was einen spannenden Film ausmacht - vielleicht haben die guten Schauspieler gefehlt oder der Mut, die eine noch lebende Person anzusprechen. Niki Lauda soll ja angeblich ein wenig abweisend sein. Egal - der Film wurde fertiggestellt und nach dem großen Erfolg in den Kinos gibt es "RUSH" jetzt auf DVD/BluRay - zu sehen sind zwei grandiose Protagonisten in dem vielleicht besten Spielfilm über Rennfahrer, den es je gegeben hat.


Von Peter Killert. 

Die ersten Kritiker waren durchweg begeistert und sahen den Oscar schon in den Händen von Daniel Brühl. Aber Brühl steht noch am Anfang seiner internationalen Karriere. Außer in RUSH war sein zweiter größerer Auftritt in INGLORIUOS BASTARDS - ein Achtungserfolg.

Die Verkörperung von Niki Lauda jedoch ist phänomenal gut. Da stimmt wirklich alles. Der ernste Blick eines Tüftlers, eines Bessenen, der für seine Leidenschaft beinahe mit dem Leben bezahlen muss - Brühl hat Lauda wirklich verinnerlicht.

Der andere Protagonist, der Formel-1 Playboy James Hunt, gespielt von Chris Hemsworth ("THOR") ist in den Jahren 1975/76 der großen Gegenspieler von Niki Lauda in der Formel Eins. Beide kennen sich aus den Rennklassen unterhalb der Formel Eins und wissen um die Stärken und Schwächen des Anderen. Lauda, der seine Mitarbeiter dazu antreibt, das Beste aus dem Wagen herauszuholen, hat nicht viele Freunde. Hunt hingegen nimmt den Job nicht so ernst - Frauen, Zigaretten und Alkohol sind ihm wichtiger. Über beiden schwebt das Damoklesschwert der Gefahr. In den 70er Jahren stirbt jedes Jahr mindestens ein Formel Eins Rennfahrer bei einem Unfall.

1975 dominiert Lauda mit Ferrari die Weltmeisterschaft und gwinnt diese souverän. 1976 hat er in Hunt einen großen Konkurrenten bei McLaren, dem einzigen Auto, das mit dem Ferrari mithalten kann. Aber auch diese Saison scheint Lauda zu dominieren. Er gewinnt ein Rennen nach dem anderen. Auch die Achtungserfolge von Hunt scheinen ihn nicht zu irritieren.

Aber im August 1976 passiert auf dem Nürburgring beim Großen Preis von Deutschland ein schrecklicher Unfall, für den auch Hunt sich später mitverantwortlich fühlt. Lauda hatte die Fahrer überreden wollen, das Rennen wegen des schlechten Wetters abzusagen. Aber Hunt denkt gar nicht daran, Lauda entgegenzukommen. Er wittert eine Taktik damit Lauda schneller zum zweiten Weltmeistertitel gelangt. Lauda fährt schliesslich das Rennen mit und gerät in einen furchtbaren Unfall. Über eine Minute ist er in seinem brennenden Auto gefangen. Nicht nur sein Gesicht ist für immer entstellt - lange Zeit sieht es so aus, als würde er nicht überleben. Als er aber sehen muss, wie Hunt seine Abwesenheit nutzt, um ein Rennen nach dem anderen zu gewinnen, da packt ihn der Überlebenswille. Gegen Ende der Saison ist er wieder da.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind Hunt und Lauda Freunde. Als ein Journalist Lauda bei einer Pressekonferenz fragt, wie lange es seine Frau bei einem Mann ohne Gesicht aushalten werde, da schnappt sich Hunt den Reporter anschliessend und poliert ihm die Visage. Nach allem, was ich recherchiert habe, stimmt dies, wie auch fast alles andere in dem Film, mit der Realität exakt überein.

Die Bilder der Autorennen sind absolut genial. Die 70er werden perfekt eingefangen - es ist eine längst vergangene Zeit, bei der Formel Eins Rennen jederzeit tödlich ausgehen konnten.
Niki Lauda war von dem Film sehr angetan. Das hat er in mehreren Interviews gesagt. Was James Hunt zu dem Film gesagt hätte, kann man nur erahnen. Hunt starb 1993 im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt.

Interview der ORF mit Daniel Brühl, Niki Lauda und dem Drehbuchautor Peter Morgan:



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0 #IchBinKultur: Killert, Peter.




Ich bin ...
Peter Killert, geboren am 05.09.1974 in Troisdorf - meine Berufung: Schriftsteller. Ich bin außerdem Gründer und Inhaber von www.kultur-magazin.de und der Initiative #IchBinKultur.

Ich bin fasziniert von Franz Kafka, Depeche Mode, Immanuel Kant, Rilke, Dürrenmatt und Jack Nicholson.

Wenn ich mal alt bin, ziehe ich auf die Insel Amrum und lebe von den Einnahmen meiner Bestseller. Das ist fest eingeplant ;-)


Kultur ist für mich ...
... das, was eine menschliche Gesellschaft auszeichnet. Sie ist Entspannung, öffnet Horizonte, ist für mich Großteil meines Lebensinhaltes, Ausdruck von Vielfalt und Sinn.
Kultur ist auch ein stückweit Verantwortung - sie ist dann unpolitisch, wenn es sich anbietet, sie ist dann politisch, wenn es sich nicht vermeiden lässt.



Mein künstlerisches/kulturelles Erweckungserlebnis hatte ich als ...
... ich 17 Jahre alt war und zum ersten Mal beim Lesen eines Buches das Gefühl hatte, dass Bücher mehr als nur Unterhaltung sind. Meine journalistischen Ambitionen verwandelten sich in literarische. Das Buch war übrigens "Die Verwandlung" von Franz Kafka.


Mein Beitrag zur Kultur ist ...
... das unentwegte Verfassen von Artikeln, Gedichten, Kurzgeschichten und die Arbeit an längeren Texten. Mein Beitrag zur Kultur ist letztlich all das, was von mir einmal übrig bleiben wird.


Kultur im Internet ...
... steckt noch in den Kinderschuhen. Im Bereich Musik hat sich schon einiges getan. eBooks und Self-Publisher sind neues Medium und neue Spezies. Die Kultur richtet sich im Internet gerade erst ein.


Wer mich als Kulturschaffenden erleben will, der muss ...
... meine Internetseiten www.killert.de und www.kultur-magazin.de besuchen. Auf www.killert.de finden Sie auch die Verweise zu meinen bisher veröffentlichten Büchern. Gelegentlich finden Sie mich auf in diversen Foren, wo ich mich zu aktuellen Themen äußere.

Meine Homepage oder meinen Blog finden Sie hier: http://www.killert.de

Ich twittere unter dem Namen:  @Raubfrosch

Eine Facebook Seite habe ich auch:
https://www.facebook.com/pages/kultur-magazinde/146531898752379?ref=hl







Mitmachen bei #IchBinKultur? - Hier Klicken  - - - Alle bisherigen Kulturschaffenden








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0 TOP7 - Belletristik deutschsprachig



Zum Abschluss der Serie mit den besten Büchern aller Zeiten kommen wir zu den TOP7 der deutschsprachigen Belletristik - das sind die Klassiker. Für mich als Autor dieser Mini-Rezensionen ist dies der Höhepunkt, denn am Ende erzähle ich von meinem literarischen Erweckungserlebnis. Diese sieben Bücher stehen stellvertretend für die sieben wichtigsten deutschsprachigen Autoren.

Von Peter Killert

TOP 7 - Belletristik deutschsprachig




Platz 7:
Erich Maria Remarque (1898-1970)
IM WESTEN NICHTS NEUES, erschienen 1931

Der Erste Weltkrieg ist die Ur-Katastrophe der Menschheit. Und kein anderer Roman schildert derart
die Entwicklung von der Kriegseuphorie 1914 bis hin zur Ernüchterung im Stellungskrieg. Tausende Soldaten verrecken jeden Tag in Gräben bei Ypern und Verdun und im Front-Bericht wird dieser Alltag quittiert mit "Im Westen Nichts Neues".
Der Titel ist schlimmster Zynismus, die Handlung Mahnung, auch oder gerade weil sich die Ereignisse jetzt das 100. Mal jähren.
Ein zeitloses Meisterwerk, das Pazifismus, Diplomatie und die Lehren der Vergangenheit einfordern kann. Die Ur-Katastrophe der Menschheit am Beispiel einer ganz konkreten Biographie.
Remarque wurde von den Nazis besonders verächtlich behandelt - unter der Hand galten seine Bücher aber immer noch viel mehr als die anderer sogenannter "Volksfeinde". Denn er war selbst dabei gewesen - seine Berichte entsprachen dem, was tausende heimgekehrte Kriegskrüppel bestätigten.
In den USA war Remarque bis in die 50er Jahre der mit Abstand angesehenste Autor. Auch wenn andere Romane von Remarque ebenfalls große Welterfolge wurde - "Im Westen Nichts Neues" überragt sie alle. Bis heute.

http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Westen_nichts_Neues



Platz 6:
Patrick Süskind (1949)
DAS PARFUM, erschienen 1985

Es ist das erfolgreichste Buch eines deutschsprachigen Autors nach dem Zweiten Weltkrieg. Patrick
Süskind, Sohn eines angesehenen Germanisten, hatte zunächst "Der Kontrabass" veröffentlicht. Ein Ein-Mann Theaterstück - bis heute das meist aufgeführte Theaterstück auf deutschen Bühnen. Sein Romandebut wurde belächelt und zunächst mit einigem Wohlwollen besprochen. Dann aber wurde es zum Selbstläufer, der jahrelang auf den Bestsellerlisten stand.
Jean Baptiste Grenouille, in die Gosse Mitte des 18. Jahrhunderts hineingeboren, hat ein besonderes Talent: er hat die sensibelste Nase, die je ein Mensch gehabt hat. Er kann die Nuancen von Parfums erriechen, ihre Zusammensetzung, aber er kann auch die Gerüche des Alltags exakt auseinanderhalten. Seine Schwäche für junge, schöne Frauen machen ihn zum Mörder. Denn er ist auf der Suche nach dem perfekten Parfum.

Süskind kann unglaublich spannend und treffend erzählen. Auch die wenigen anderen Werke des Autors oder seine Drehbücher ("Kir Royal", "Monaco Franze") zeugen vom unglaublichen erzählerischen Talent. Mit dem Welterfolg "Das Parfum" hat er ausgesorgt - vielleicht geniesst Süskind das Leben lieber, anstatt noch mehr zu schreiben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Parfum


Platz 5:
Günter Grass (1927)
IM KREBSGANG, erschienen 2002

Das beste Buch des deutschen Großdichters Günter Grass ist in meinen Augen nicht die
"Blechtrommel" oder "Der Butt". Es ist ein relativ überschaubares Buch, dass 2002 recht gut besprochen wurde. Grass setzt sich mit dem Thema Internet, ständig aufflammendem Neo-Faschismus und einem Kriegsverbrechen an den Deutschen (die hat es auch gegeben), nämlich der Versenkung des Flüchtlingsschiffe "Wilhelm Gustloff" auseinander.
Einer, der als Säugling diesen Untergang überlebt hat, beschäftigt sich nicht mit dieser Tragödie, sondern muss sehen, wie sein eigener Enkel die deutsche Vergangenheit aufarbeitet. Dumm ist nur, dass diese das im Internet macht und zu den Rechtsradikalen gehört.

Dieses Buch ist ein Plädoyer für eine wertfreie Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit, und steht einer armseligen Mystifizierung durch Idioten, die plötzlich die Deutungshoheit über die Historie bekommen und diese verklären, gegenüber. Es gibt wenige Bücher deutscher Autoren (vielleicht noch "Die Deutschstunde" von Siegfried Lenz oder "Der Vorleser" von Bernhard Schlink), denen dies so gut gelingt. Grass nähert sich historischen Wahrheit im Krebsgang - das vielleicht beste Buch von Grass.

http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Krebsgang


Platz 4:
Heinrich Böll (1917-1985)
DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM, erschienen 1974

Im Januar 1972 hatte Böll für den SPIEGEL einen Essay geschrieben, der wohl in der Geschichte des
Nachrichtenmagazins einmalig war.  "Will Ulrike Meinhof Gnade oder Freies Geleit" war der Titel. Es ging um die Baader-Meinhof Bande bzw. um den deutschen Boulevardjournalismus der BILD-Zeitung, den Böll wegen dummer Vorverurteilungen von Menschen massiv angreift. Spätestens seit den Recherchen von   Günter Wallraff wissen wir, wie Recht er hatte.
Die Folge waren Drohungen gegen Böll. Ein anderer Kölner, der ebenfalls Heinrich Böll hieß, mit dem Schriftsteller aber nicht gemeinsam hatte, brauchte Polizeischutz.

Um zu illustrieren, wie sehr die Rufmord-Kampagnen einer Zeitung einen Menschen zerstören können, erfindet Böll die dokumentarische Geschichte der Katharina Blum, die einen One-Night-Stand mit einem ihr nicht bekannten Terroristen hat und so in das Fadenkreuz der Medien gerät. Nicht nur ihr Leben, das Leben einer völlig unpolitischen Person, ein Mauerblümchen, sondern auch das der Menschen in ihrem nächsten Umfeld wird beeinträchtigt oder gar zerstört. Am Ende verliert die Blum ihre Ehre und begeht einen Mord. Einen Mord, den man sich als Leser geradezu herbeisehnt.
Eine minutiös zusammengetragene dokumentarische Geschichte, bei der wirklich jeder Handlungsstrang in den anderen greift und auch die kleinsten Puzzleteile ein tief verwobenes Gesamtbild ergeben. Eine mutige Geschichte, die sicher auch den Ausschlag für den Nobelpreis für Böll geliefert hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_verlorene_Ehre_der_Katharina_Blum


Platz 3:
Hermann Hesse (1877-1962)
DER STEPPENWOLF, erschienen 1927

Vermutlich gibt es kaum ein Buch, bei dem sich so viele Menschen wieder erkennen. Das Traktat des
Steppenwolfs beschreibt den Menschen, als einsam suchendes Individuum. Die Gedanken, die einen jeden von uns umtreiben, sind in diesem Klassiker gebündelt vereint. Aber nicht philosophisch hochtrabend oder schwer zugänglich - im Gegenteil. Von Hesse kann man alles einfach herunterlesen.
Ich habe Hesse mal als besten Kompromiss zwischen Unterhaltung und Tiefgründigkeit bezeichnet. Neben "Homo Faber" von Max Frisch und "Stoner" von John Williams gibt es eben nur noch den Steppenwolf, der uns den allgemein gültigen existenziellen Fragen des einfachen Menschen näher bringt. Wer diese drei Bücher nicht kennt, der wird das Menschsein niemals wirklich begreifen...

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Steppenwolf



Platz 2
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990)
DER RICHTER UND SEIN HENKER / DER VERDACHT, erschienen 1950/51

Das sind die beiden Kriminalromane mit dem todkranken Kommissar Bärlach. Ich musste "Der Richter

und sein Henker" in der Schule lesen und habe es gehasst. Dann habe ich den Roman noch mal gelesen, sehr viel später, die Verfilmung gesehen, die Fortsetzung mit den Titel "Der Verdacht" und schließlich viele andere Bücher von Dürrenmatt. Ein scharfsinniger Denker, der ganze Passagen weglässt und dem Leser die Schlussfolgerungen überlässt. Wir wissen, wie der Richter Bärlach seinen Henker Tschanz überführt hat, auch wenn Dürrenmatt es gar nicht erwähnt.

Ich vertrete ja die These, dass noch nie ein gutes Buch deswegen geschrieben wurde, weil sein Autor damit Geld verdienen wollte. "Der Richter und seine Henker" ist die einzige Ausnahme, die diese Regel bestätigt. Dürrenmatt hat die Geschichte in acht Folgen in einer schweizerischen Zeitung veröffentlicht, nicht ahnend, dass dies mal ganz große Weltliteratur werden würde.

Dürrenmatt nannte sich selbst einen "Gedankenschlosser" - sein Schreiben ist akribisches Handwerk, spannend noch dazu. Mit den Geschichten um den Kommissar Bärlach hat er die Referenzwerke für gelungene Kriminalromane geschrieben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_D%C3%BCrrenmatt


Platz 1
Franz Kafka (1883-1924)
DER PROZESS, erschienen 1925

Franz Kafka ist verantwortlich für meine literarische Erweckung. Es war in den Weihnachtsferien zum
Ende des ersten Halbjahres in der Oberstufe. Wir hatten eine Liste mit Büchern bekommen, die wir zu lesen hatten. Darunter war von Franz Kafka "Die Verwandlung". Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass es ein dunkler, kalter verregneter Nachmittag in meinem Zimmer in der engen verhassten Mietwohnung meiner Eltern war, als ich mir dachte, ich könnte ja schon mal eines der Bücher lesen, die in kommenden Jahren für meine schulische Laufbahn wichtig sein würden. Das habe ich getan. "Die Verwandlung" habe ich in einem Zug durchgelesen und es gab nichts in meinem Leben, wirklich nichts, was meine ganze Persönlichkeit in so wenigen Stunden komplett verändert hat. Ich habe glaube ich zum ersten Mal begriffen, was Kultur, Kunst, Literatur bedeutet. Literatur ist hier tiefe Reflexion des Innersten. Jeder, der das versteht, wird Kafka lieben - allen anderen wird er sich nie erschliessen.

"Die Verwandlung" ist eine der wenigen abgeschlossenen Erzählungen von Kafka. "Der Prozess" ist das bekannteste Romanfragment und die Visitenkarte von Kafka. "Jemand musste Josef K. verleumdet haben ...". Ich nehme "Der Prozess" stellvertretend für alle Texte von Kafka und deklariere sie hiermit als wichtigste deutschsprachige Literatur.

Über Kafka gibt es aber noch so viel mehr Spannendes zu berichten. Seine Tagebücher, seine vor Schmacht triefenden Briefe an Felice, an Milena - sein vielen kleinen Geschichten, Blumfeld, Josefine  oder das Volk der Mäuse ... Kafka ist eine eigene Kategorie für sich. Ein Mensch, der tagsüber gearbeitet hat, nachts geschrieben, der sich komplett für die Literatur aufgegeben hat. Sein viel zu früher Tod passt natürlich in diese Dramatik.

Spannend ist auch der Kampf um den Nachlass, der immer mal wieder einige Überraschungen zutage fördert. Da taucht plötzlich ein lang verschollenes Originalmanuskript wieder auf oder neue Zeichnungen Kafkas in einem Bankschliessfach. Es ist nicht auszuschliessen, dass wir irgendwann noch etwas neues von Kafka lesen werden. Mal abwarten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Der\_Process



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0 TOP 7 - Dokumentation / Biographie



Im zweiten Teil der Serie zur wichtigsten Literatur aller Zeiten geht es jetzt um die TOP7 aus dem Bereich "Dokumention/Biographie/Zeitgeschichte". Auch diese Liste entspringt wieder der subjektiven Einschätzung des Autors. 
Warum TOP 7 und nicht TOP 10? - Die Anzahl sieben ist übersichtlicher und lässt Raum für drei weitere großartige Bücher. Immer mal wieder schafft es ein weiteres Buch in die TOP10 - aber diese sieben sind wie in Stein gemeisselt.

Von Peter Killert

TOP 7 - Dokumentation/Biographie



Platz 7:
Kurt Cobain (1967-1994)
TAGEBÜCHER, erschienen 2002.

"Das hier sollte nicht ernst genommen werden.
Das hier sollte nicht als Meinungsäußerung gelesen werden.
Das hier sollte als Poesie verstanden werden."

Wie auch seine Songtexte selbstverständlich als Poesie durchgehen könnten, so gilt dies auch für die Tagebücher von Cobain. Sie sind hingerotzter Zeitgeist. Es sind keine "Bücher" sondern Notizhefte, die als Faksimile mit abgedruckt sind.

Cobain ist mit der Zeit, in der er lebt, schlichtweg nicht einverstanden. Ressentiments, falsche Schwerpunktsetzung, zu wenig Auflehnung gegen die Elterngeneration. Cobain sagt von seinen Eltern, dass er sie über alles liebt, obwohl es nichts gibt, in dem er mit ihnen übereinstimmt.

Aus diesem Dilemma, aus diesem Hass an den Zeitgeist, der sich kaum ikonifiziert, der für Cobain kein Gesicht hat, entstehen diese Notizen - aus vielen dieser Gedanken entwickeln sich die Songtexte, die eine ganze Generation beeinflusst haben.
Eine Mischung aus Poesie und dokumentiertem Zeitgeist. In Verbindung mit der Musik von Nirvana eine teuflisch gute Dokumentation. 
Ich für meinen Teil mag von Cobain heute nur noch die Musik. Die Tagebücher zeigen einen Reifeprozess, der bei Cobain niemals einen Abschluss gefunden hätte. Als Künstler ein Genie, als Mensch ein Idiot. Zu diesem einfachen aber faszinierendem Urteil führen diese Tagebücher.



Platz 6:
Simone De Beauvoir (1908-1986)
BRIEF AN SARTRE (1930-1939), erschienen 1997.

Eigentlich sollte dieser Briefwechsel bereits kurz nach Sartres Tod Anfang der 80er Jahren unter der Regie von Simone de Beauvoir erscheinen. Das geschah aber nicht, weil Beauvoir ihre Briefe an Sarte nicht mehr finden konnte und vermutete, sie seien bei einem Brand vernichtet worden. Erst bei einem Umzug fand die letzte Lebensgefährtin von Beauvoir die Briefe und sie wurden so erst in den 90er Jahren veröffentlicht.

Was erzählt uns die Korrespondenz der Wegbereiterin des Feminismus und des vielleicht wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts? - In diesem Fall ist der Briefwechsel einseitig (einen Band mit den passenden Briefen Sartres gibt es ebenfalls) und zeigt viel Banales, Alltägliches. Aber ab und an offenbaren sich ganz neue Wesentlichkeiten der Feministin. Und die haben es in sich.
Die Briefe werfen ein ganz neues Licht auf die Feministin. Wenn Sie Sartre "Kleines, liebes Geschöpf" nennt und Sartre wohl der Einzige für sie war, der die für Frauen so typische, aber für die Feministin untypische Seite zum Vorschein bringt: "... meine Liebe zu ihnen hat alles verwüstet ... ein richtiger Feuerstoß ..."

Ich bin sicher: ohne Sartre hätte Beauvoir niemals ihr Werk erschaffen können. Und die zentralen Thesen des Feminismus sollten im Kontext dieser Briefe endlich mal neu bewertet werden. Vielleicht werden sich viel mehr Frauen ihrer eigentlichen Weiblichkeit bewusst und leugnen nicht mehr länger biologische Bestimmungen.



Platz 5:
Reiner Stach (1951)
KAFKA - Jahre der Erkenntnis / Jahre der Entscheidungen, erschienen 2002 und 2008

Wenn man als Schüler/Student zu Kafka etwas schreiben muss, dann wird man mit ganzen
Bibliotheken an Sekundärliteratur erschlagen. Wie schön wäre es da doch, wenn irgendein talentierter Autor, ein Kafka-Besessener, all das mal so zusammenfasst, dass man einen schönen Zusammenschnitt aller wichtigen Informationen und Hintergründe bekommt.
Das gibt es. Der Besessene heisst Reiner Stach. Allerdings muss man selbst auch besessen sein, um diese beiden Bücher um die 600 Seiten jeweils, an einem Stück zu lesen. Ich habe die Bücher "quer" gelesen. Die Zeit um die Entstehung von "Der Prozess", die Liebe zu Felice Bauer und die letzte Lebensphase. Hier erfahren wir, dass Kafka möglicherweise Sterbehilfe eingefordert und erhalten hat. Aber so weit mir bekannt haben diese Recherchen nie zu größeren Diskussionen geführt.

Jedenfalls plädiere ich dafür, dass man die ganzen Bibliotheken mit Sekundärliteratur zum bescheidenen Werk von Franz Kafka einmottet und nur noch die beiden Bände (ein dritter Band "Die frühen Jahre" ist kurz vor der Vollendung) von Reiner Stach heranzieht.



Platz 4:
Joachim Fest (1926-2006)
HITLER - Die Biographie, erschienen 1973

Deutschland Anfang der 70er Jahre. Die Republik erholt sich von den Studentenunruhen. Die Jugend aber begehrt weiter auf und will die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Bahnbrechend für die intellektuelle Aufarbeitung ist der Bestseller "Hitler" der Historikers Joachim Fest.
Das Buch ist eine Mischung aus Biographie, Soziogramm und Geschichtsbuch. Ein sprachlich unerreichter Geniestreich, der es tatsächlich schafft, selbst für Nachgeborene, die Person "Hitler" aus der Verwobenheit von Tatsachen und Mythos heraus zu schälen. Ein Lesegenuss sondergleichen. Jede Biographie, die sich an diesem Maßstab orientiert und ihn auch nur ansatzweise erreicht, wird zu einem Referenzwerk.
Die Biographie war monatelang auf den Bestsellerlisten. Sie war Grundlage für den Film "Der Untergang" und machte Fest zu einem der gefragtesten Historiker der Republik.


Platz 3:
Stefan Aust (1946)
DER BAADER-MEINHOF KOMPLEX, erschienen 1985

Stefan Aust, Chefredakteur von so unterschiedlichen Blätter wie "St. Pauli Nachrichten" und "Der SPIEGEL" war mittendrin im heissen Herbst. Er kannte Ulrike Meinhof, war sogar an der Rückführung ihrer beiden Töchter nach Deutschland mit beteiligt.
Die Beschäftigung mit der Baader-Meinhof Bande, aus der später die RAF entstanden ist, wird zu seinem "opus magnum". Der BAADER-MEINHOF-KOMPLEX ist ein detaillierter Abriss der Geschichte der RAF, Grundlage für so viele Dokumentationen und dem gleichnamigen Spielfilm von Bernd Eichinger.
Wer sich als Kind an die ausgehenden 70er Jahre erinnern kann, der wird hier erfahren, warum sich viele Dinge genau so zugetragen haben. Einziges Manko dieses Buches: viele Dinge, besonders in Bezug auf Vermutungen zu Tatbeteiligten (Wer hat Schleyer erschossen?), gründen auf den Angaben des Ex-Terroristen Peter-Jürgen Boock, der nachweislich gelogen hat und dem sämtliche seiner Mitstreiter Geltungssucht unterstellen. Dennoch ist dieses Buch ein Echolot der BRD mit vielen Fakten, die die Radikalisierung junger Menschen ausgehend vom Mord an Benno Ohnesorg, darlegen.



Platz 2:
Jon Krakauer (1954)
INTO THE WILD, erschienen 1996

Der Journalist Jon Krakauer liest 1992 per Zufall eine Randnotiz in einer Zeitung über den Fund einer Leiche eines jungen Mannes in der Wildnis von Alaska. Er beginnt zu recherchieren und findet die Story seines Lebens.
Christopher McCandless war ein junger Mann, den es radikal in die Wildnis zog. Er spendete sein Vermögen, brach alle Kontakte ab, vernichtete seine Ausweispapiere und zog durch ganz Amerika. Im Kanu durch den Grand Canyon, als Holzfäller im Norden und schließlich, als Ziel seiner Reise, ein einsames und abgeschiedenes Leben in Alaska. Seine Naivität und Fahrlässigkeit kosten ihm 1992 das Leben.

Krakauer, freier Journalist und Autor, zeichnet die Reise von McCandless nach und begibt sich auf eine detaillierte Spurensuche. Das Buch war Vorlage für den tollen gleichnamigen Film, bei dem Sean Penn Regie führte und Eddie Vedder (Pearl Jam) den Soundtrack beisteuerte.



Platz 1:
Sophie Scholl (1921-1943) / Fritz Hartnagel (1917-2001)
DAMIT WIR UNS NICHT VERLIEREN - Briefwechsel 1937-1943, erschienen 2005.

"Als gestern der Russe ein recht heftiges Feuer auf unsere Stellungen legte und ringsherum der Kriegslärm tobte, saß plötzlich ein Vöglein am Rande meines Schützenlochs und piepste vergnügt, als ob es sich darum gar nicht kümmern würde. Ich weiß nicht was mich dazu bewegte in diesem Moment so sicher anzunehmen, dass dies nur ein Gruß von Dir sein könnte."

Das schreibt der Oberleutnant Fritz Hartnagel am 09.12.1942 in der Nähe von Stalingrad an seine Freundin zu Hause, die junge Studentin Sofie Scholl. Bis März 1943 bleibt er in Stalingrad und wird mit Erfrierungen mit einem der letzten Flugzeuge ausgeflogen.

Hartnagel hat sich immer gegen eine Veröffentlichung dieser Briefe gewehrt. Er wollte sich nie im Ruhm der "Weissen Rose" sonnen - er sei schließlich selbst nicht im Widerstand gewesen, hat sich aber nach dem Tod der Geschwister Scholl bis zu seinem Tod 2001 für einen ihm eigenen, sehr bodenständigen Pazifismus engagiert. Eine Lesung dieser Briefe, die im Besitz seiner Ehefrau, Elisabeth Scholl, eine Schwester von Sophie Scholl sind, anlässlich des 60. Jahrestag der Hinrichtung der Geschwister Scholl, hat dann doch zu einer Veröffentlichung geführt. Was für ein Glück für die Nachwelt!

Die Briefe haben durch die Kenntnis von uns Nachgeborenen einen besonderen Wert. Sophie Scholl durfte niemals ihren Verlobten in Gefahr bringen - Fritz Hartnagel ahnte bis zuletzt nichts von ihrer Zivilcourage. Auch die Berichte, die von der Ostfront kamen, zeigten niemals die ganz Bandbreite des Grauens dort, denn die Feldpost wurde stark zensiert.

Dennoch lässt sich an der Tiefe der Worte erkennen, was zwischen den Zeilen ungeschrieben bleiben musste. Besonders im Hinblick auf das Schicksal dieser beeindruckenden jungen Frau.

"So hart und schrecklich diese Tage sind, sie machen mich frei von irdischen Wünschen." - (Fritz Hartnagel)

"Du weißt, wie schwer ein Menschenleben wiegt, und man muss wissen, wofür man es in die Waagschale wirft." - (Sophie Scholl)




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